Schutterwald ergänzt

Innenentwicklungskonzept

Ausgangslage

In den letzten Monaten häufen sich die Anfragen von Bauwilligen, die innerhalb von Gebieten mit gültigem Bebauungsplan oder im unbeplanten Innenbereich Bauvorhaben realisieren möchten, die über die in den Bebauungsplänen getroffenen Festsetzungen oder den Rahmen der umgebenden Bebauung hinausgehen. 

Bislang wurde von Fall zu Fall über die Vorgehensweise – wie beispielsweise Änderung von Bebauungsplänen - entschieden, was hohen Arbeitsaufwand in der Verwaltung verursacht und immer wieder großen Diskussionsbedarf im Gemeinderat auslöst. 

Sowohl Vorhaben zum Aus- und Umbau von vorhandener Bausubstanz als auch Neubauvorhaben im Innenbereich sind zu begrüßen und sollen in einem verträglichen Maß ermöglicht werden, um die Innenentwicklung in Schutterwald weiter voranzutreiben. 

Allerdings fehlt eine grundsätzliche Leitlinie zur Innenentwicklung, die Entwicklungsziele und Parameter definiert und darauf aufbauend konkrete Handlungsempfehlungen gibt. 

Grundlagen 

Im Baugesetzbuch wird der Innenentwicklung grundsätzlich Vorrang vor der Außenentwicklung eingeräumt, der sparsame Umgang mit Grund und Boden soll Grundsatz allen planerischen Handelns sein (§ 1 BauGB). Die Nutzung von Flächenreserven soll ebenso ermöglicht werden wie die Weiterentwicklung vorhandener Bausubstanz.

Dabei bedeutet Innenentwicklung nicht die möglichst hohe Ausnutzung der bereits versiegelten Flächen mit maximal hoher Verdichtung, sondern die Schaffung von zusätzlichem Wohnraum ohne die Freiraumqualität sowie die Qualität des öffentlichen Raumes aus den Augen zu verlieren. 

Innenentwicklung umfasst nicht nur die Ergänzung von Neubauten innerhalb des im Zusammenhang bebauten Ortsteils, sondern auch das Um-/An- und Weiterbauen vorhandener Bausubstanz.

Steuerung der Innenentwicklung

Eine aktive Steuerung der Innenentwicklung ist zur planvollen und strategischen Umsetzung von städtebaulichen Zielen – bezogen auf die einzelnen Quartiere und Siedlungsbereiche – sinnvoll und notwendig. Diese Ziele werden in einer informellen Planung – dem Innenentwicklungskonzept – ausgearbeitet.

Die Gemeinde kann so ihre Planungshoheit ausüben und für Teilbereiche spezifische Entwicklungsziele definieren. Es können klare Entwicklungsperspektiven für einzelne Quartiere formuliert werden, was gleichermaßen die Akzeptanz der Bewohner für Maßnahmen der Innenentwicklung erhöht und Planungs- und Investitionssicherheit für jede*n schafft.

Auf Basis dieser informellen Planung werden jedes Vorhaben und jeder Bauherr gleichbehandelt, was zu einem transparenten Prozess zwischen Verwaltung, Gemeinderat, Bauwilligen und der Öffentlichkeit führt.